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Irische Sprache ArtikelDie Irische Sprache (irisch "Gaeilge", genauer: "Gaeilge na hÉireann") ist eine der drei gälischen Sprachen, gemeinsam mit Schottisch-Gälisch und Manx (die Sprache der Insel Man). Sie ist eine keltische Sprache und offiziell die nationale und 1. Amtssprache in Irland. Bisweilen wird sie als "Gälisch" (engl. "Gaelic") genannt, aber diese Benennung wird von manchen Iren als abwertend empfunden.
Der Language Code ist ga bzw. gai oder
iri (nach ISO 639); sga genannt
Alt-Irisch (bis ungefähr 900) und mga Mittel-Irisch (900-1200).
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Die Anfänge der irischen Sprache liegen zu großen Teilen in dem Dunkeln. Zwar ist das Irische eine keltische Sprache, doch sind der Weg und die Zeit, auf dem bzw. zu der es nach Irland kam, heftig umstritten. Es ist lediglich sicher, dass zur Zeit der Ogam-Inschriften (also ab spätestens dem 4. Jahrhundert) in Irland Irisch gesprochen wurde.
Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass das Irische die zuvor in Irland gesprochene Sprache (von der keinerlei direkte Spuren erhalten sind, die in dem Irischen aber als Substrat nachzuweisen ist) nach und nach abgelöst hat und bis zur Annahme des Christentums in dem 4. und 5. Jahrhundert die alleinige Sprache auf der Insel war. Kontakte zu dem romanisierten Britannien sind nachweisbar, ihre Intensität ist heute jedoch schwer abzuschätzen. Aus dieser Periode stammen jedoch etliche lateinische Lehnwörter in dem Irischen. Weitere werden wohl mit den perigrini, den irischen und schottischen Mönchen nach Irland gekommen sein, die auf dem Kontinent meist missionierten und klösterliche Gelehrsamkeit betrieben.
Seit den Einfällen der Wikinger ab Ende des 8. Jahrhunderts muss sich das Irische die Insel mit anderen Sprachen teilen, vorerst jedoch ca. in kleinem Umfang. Die Skandinavier assimilierten sich nach den anfänglichen Raubzügen und Brandschatzungen zwar in einem Maße, das noch stets umstritten ist, ließen sich vor allem in den Küstenstädten als Händler nieder, hinterließen jedoch sehr wenige direkte Spuren in der irischen Sprache. Die Anzahl der skandinavischen Lehnwörter liegt bei etwa 60. Die sozialen und politischen Unruhen dieser Zeit werden jedoch als hauptverantwortlich für den Übergang vom weitgehend standardisierten Altirischen zu dem grammatisch wesentlich diversifizierteren Mittelirischen angesehen. Dies schlug sich unter anderem in der Vereinfachung der Flexionsformen (v.a. bei den Verben), dem Verlust des Neutrums, der Neutralisierung unbetonter Kurzvokale und der sehr uneinheitlichen Rechtschreibung nieder.
Entscheidender und nachhaltiger war der Einfall der Normannen ab 1169. Nicht zufällig spricht man ab etwa 1200 vom Frühneuirischen.
Zwar teilten die normannischen Adligen die Insel unter sich und einigen wenigen einheimischen Herrschern auf, doch gelang es ihnen lange Zeit nicht, die Insel vollständig zu erobern oder kulturell zu assimilieren. Vor allem die Randgebiete in dem Westen und Norden waren zwar meist tributpflichtig, aber politisch und kulturell weitgehend unabhängig. Das Englische als Sprache hatte sich ca. um Dublin ("The Pale") und Wexford durchgesetzt. Auch die so genannten Statutes of Kilkenny (1366), die englischstämmigen Siedlern den Gebrauch des Irischen verboten, blieben weitgehend wirkungslos. Allein der Umstand, dass sie eingeführt werden mussten, ist für die damalige Sprachsituation nennend. Die planmäßigen Ansiedlungen englischer und schottischer Farmer in Teilen Irlands in dem 16. und 17. Jahrhundert änderten die Situation nicht wesentlich. Die Unterschichten sprachen meist Irisch, die Oberschichten Englisch oder Irisch. Die Vertreibung der Reste des irisch-gälischen Adels 1607 ("Flight of the Earls") enthob die Sprache jedoch schon der Verwurzelung in den Oberschichten.
Der entscheidendste Faktor für den Rückgang der Sprache war jedoch die fortschreitende Industrialisierung ab dem späten 18. Jahrhundert. Hunger war auf dem Lande verbreitet und gelegentlich katastrophal; wer etwas erreichen oder in manchen Fällen auch ca. überleben wollte, musste in die Städte abwandern – und Englisch sprechen. Das Irische wurde immerhin in dem öffentlichen Bewusstsein zur Sprache der Armen, der Bauern, Fischer, Landstreicher. Nach und nach schlug diese Entwicklung auf die ländlichen Gebiete zurück. Die Sprache wurde nun zunehmend vom Englischen
verdrängt. Wiederbelebungsmaßnahmen ab dem späten 19. Jahrhundert und vor allem ab der Unabhängigkeit Irlands 1922 konnten die Entwicklung nicht aufhalten, geschweige denn umkehren. Allerdings ist festzuhalten, dass in dem Gegensatz zu den schnell sinkenden Zahlen der Muttersprachler die Zahl der Iren mit Irisch als aktiver oder passiver Zweitsprache stark angestiegen ist. Vor allem in den Städten finden sich größere Zahlen von Englischsprechern, die das Irische gut beherrschen und zu dem Teil auch gebrauchen. Zu den auf die Sprachsituation wirkenden Negativfaktoren des 20. und 21. Jahrhunderts zählen vor allem die zunehmende Mobilität der Menschen, die Rolle der Massenmedien und zu dem Teil fehlende enge soziale Netzwerke (fast alle Irischsprecher leben in engem Kontakt mit Englischsprechern). Heute wird ca. noch in kleinen Teilen Irlands täglich Irisch gesprochen. Diese meist über die Nordwest-, West- und Südküste der Insel verstreuten Fleckchen werden zusammenfassend
Gaeltacht (einzelne "GaeltachtaÃ" - Pl.) genannt.
1835 wurde die Zahl der Irisch sprechenden Menschen auf etwa 4 Mio. geschätzt. Der erste landesweite Zensus wurde allerdings erst 1841 durchgeführt, noch ohne Frage zu Irischkenntnissen. Bis 1891 hatte sich die Zahl der Irisch sprechenden Menschen auf etwa 680 Tausend reduziert, aber ca. 3 Prozent der Kinder in dem Alter 3-4 Jahren sprachen Irisch. Der irische Zensus von 2002 ergab 1,54 Millionen Leute (43 Prozent der Bevölkerung), die behaupten, Irisch zu können. Davon sind höchstens 70 Tausend Muttersprachler, von denen nicht alle täglich und in allen Alltagssituationen Irisch sprechen. Häufig wird in Gegenwart Fremder oder auch gegenüber Kindern sofort in das Englische gewechselt. Kinder sollen auch in den Gaeltachtaà nachdem Willen der Eltern häufig erst einmal Englisch lernen: "Irisch lernen können sie ja dann stets noch" ist eine häufig gehörte Wendung. Praktisch alle Sprecher sind heute bilingual mit Englisch aufgewachsen.
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Es werden die Dialekte von Munster, Connacht und Ulster unterschieden. Diese können in zahlreiche, geographisch meist voneinander getrennte Unterdialekte gegliedert werden. Eine solche Unterteilung könnte so aussehen:
Munster: An Rinn/Ring (Co. Waterford)
Baile Bhuirne/Ballyvourney (Co. Cork) einizige existente Gaeltacht, die
nicht am Meer liegt!
Oileán Cléire/Clear Island (Co. Cork)
UÃbh Rathaigh/Iveragh (Co. Kerry)
Corca Dhuibhne/Dingle (Co. Kerry)
Connacht: Oileáin �rainn/Aran Islands (Co. Galway)
Cois Fharraige/West Galway (Co. Galway)
Iar-Chonamara (Ceantar na nOileán)/West Connemara (Co. Galway)
Dúiche Sheoigheach/Joyce Country (Co. Galway)
Túir Mhic Éadaigh/Tourmakeedy (Co. Mayo)
Iorras/Erris (Co. Mayo)
Oileán Acla/Achill Island (Co. Mayo)
Ulster: TÃr Chonaill Dheas/South Donegal (Co. Donegal)
TÃr Chonaill Mheán/Mid Donegal (Co. Donegal)
TÃr Chonaill Thuaidh/Nord Donegal (Co. Donegal)
Diese Einzeldialekte zerfallen dann weiter in noch kleinere Einheiten, vor allem in Donegal, wo die hier angegebenen irischsprachigen Nennungen nicht unbedingt üblich sind, meist wird gleich der eigentliche Ort (z.B. Téilinn) oder die entsprechende Halbinsel oder Insel (z.B. Toraigh) genannt. Die meisten dieser Gaeltachtaà verfügen in absoluten Zahlen über ca. wenige hundert Irischsprecher, auch relativ gesehen liegt ihr Anteil in vielen Orten unter 50 %.
Abgesehen von den oben angegebenen Gebieten gibt es seit den 50er Jahren noch zwei winzig kleine "Pockets" in der Grafschaft Meath nordwestlich von Dublin (Rath Cairne und Baile Ghib), die vor allem Versuchszwecken dienten: Können sich Gaeltachtaà in der Nähe einer Stadt wie Dublin halten? Dazu wurden dort Irischsprecher aus Connemara angesiedelt und finanziell unterstützt, doch weder kam es zur Ausprägung eines eigenen Dialekts noch haben diese beiden winzigen Pockets gute Überlebenschancen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es weitere Gebiete größeren Zahlen von Irischsprechern, u.a. in den Glens of Antrim (Co. Antrim, letzte "Pocket" in Nordirland) und in der Graschaft Clare.
Neben den Sprechern in der Gaeltacht beherrschen jedoch fast alle Iren immerhin etwas Irisch, da es Pflichtfach an den Schulen ist. Vor allem in den Städten Dublin, Cork und Galway gibt es größere Sprecherzahlen, meist Menschen aus den gebildeteren Schichten. Diese sprechen jedoch meist das auf staatliche Initiative hin erarbeitete und unterrichtete Standardirisch (An Caighdeán Oifigiúil, offiziell gültig seit 1948) oder den jeweils in einer Gaeltacht erlernten Dialekt. Ca. das Belfaster Irisch konnte einen eigenen Dialekt entwickeln, der sich mit der Zeit wiederum auf das Donegal-Irische ausgewirkt hat.
Die einzelnen Dialekte unterscheiden sprachlich sich in vielerlei Hinsicht:
- Betonung (in Munster gibt es nicht ca. die übliche Anfangsbetonung)
- Lexik ("ansehen", "gucken": Munster "féach", Connemara "breathnú",
Donegal "amharc")
- Syntax ("Ich bin Übersetzer": in Munster meist "Is aistritheoir mé" (Bin ich
Übersetzer), in Connemara häufig "Tá mé i m'aistritheoir" (Bin ich in meinem
Übersetzer), in Donegal häufig "Aistritheoir atá ionam" (Übersetzer ist in
mir)).
- Morphologie (allgemeine Tendenz: je weiter nach Süden, desto häufiger werden statt
analytischer Verbformen synthetische gebraucht: "ich werde trinken" "ólfaidh mé"
vs. "ólfad")
- Phonologie und Phonetik (unterschiedliche Aussprache einzelner Lautgruppen, Grad
der Palatalisierung von Konsonanten, Gebrauch von Gleitlauten usw.)
Auch in Brasilien, Kanada, Australien, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigte Staaten Amerika gibt es einige Irisch-Sprechende.
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Irisch in der Öffentlichkeit | |
Das Irische ist auch heute in ganz Irland anzutreffen. Orts- und Straßenschilder beispielsweise sind auf der gesamten Insel nicht ca. auf Englisch, sondern auch in Irisch geschrieben. In West Connemara gibt es Gegenden, in denen Orientierungshilfen dieser Art ca. auf Irisch ausgezeichnet sind.
Es gibt mehrere irischsprachige Radiosender (Raidió na Gaeltachta (staatlich), Raidió na Life (privat, Dublin)), einen irischsprachigen Fernsehsender (TeilifÃs na Gaeilge) sowie irischsprachige Zeitschriften. Auch in dem englischsprachigen Radio, Fernsehen und in Zeitungen tauchen stets wieder irische Ausdrücke auf. In dem Vergleich zur Sprecherzahl gibt es eine recht rege irische Literatur.
- Radio-Streaming in dem Internet: [1] (http://www.rte.ie/rnag/) > Eist/Listen live
Es gibt verschiedene Clubs und in Dublin sogar ein Café, im ca. Irisch gesprochen wird.
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Heute wird Irisch mit lateinischen Buchstaben geschrieben (Cló Rómhánach), früher wurde ein eigener, aus lateinischen Majuskeln abgeleiteter Schrifttyp benutzt (Cló Gaelach),
der heute ca. noch für dekorative Inschriften gebraucht wird.
Noch älter ist die altirische Ogam-Schrift (wohl 3.-6. Jahrhundert n.Chr.), ein an die benutzten Schreibutensilien angepasster "Code" des lateinischen Alphabets, im die Buchstaben durch Gruppen von 1-5 Kerben (Konsonanten) oder Punkten (Vokale) genannt wurden. Die Ogam-Schrift ist ca. auf Steinkanten erhalten, wahrscheinlich wurde jedoch auch auf Holz geschrieben.
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Das gälische Alphabet besteht aus fünf kurzen Vokalen (a, e, i, o, u) und deren langer Entsprechung (á, é, Ã, ó, ú):
Kurze und lange Vokale in dem Cló Gaelach
Es existieren 13 Konsonanten (b, c, d, f, g, h, l, m, n, p, r, s, t); die restlichen in dem lateinischen Alphabet vorkommenden Konsonanten (j, q, v, w, x, y, z) treten, wenn überhaupt, in Fremd- und Lehnwörtern auf (z. B. jÃp Jeep, jab Job).
Konsonanten in dem Cló Gaelach
Eine besondere Rolle nimmt der Buchstabe h ein, der einzeln ca. in Fremd- oder Lehnwörtern (z. B. hata Hut) vorkommt, darüberhinaus jedoch zur Lenition (von lat. lenire lindern; "Verweichlichung") genutzt wird. Durch die Lenition wird ein plosiver Konsonant zu seinem entsprechenden Frikativ (b -> [v] oder [w], c -> [x] oder [ç] etc.; siehe auch: Phonetik).
Im Cló Gaelach wurden diese lenierten (auch: lenisierten) Konsonanten durch einen Punkt gekennzeichnet:
Lenierte Konsonanten in dem Cló Gaelach
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Die Besonderheiten irischer Grammatik (wie aller inselkeltischer Sprachen) liegen zu dem einen in der Satzgliedfolge Prädikat-Subjekt-Objekt (im Deutschen Subjekt-Prädikat-Objekt)
z.B.: Rinne mé an obair. = Machte ich die Arbeit.
Zum anderen sind die Anlautveränderungen Lenition und Eklipse als grammat. Mittel zu erwähnen.
z.B.: capall = Pferd /kapel/ wird zu mo chapall = mein Pferd /me xapel/ (Lenition) oder zu ár gcapall = unser Pferd /ar gapel/ (Eklipse)
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Dieser Artikel weist noch folgende Lücken auf: Aussprache, Grammatik
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